Marienkirche Zorbau

Unter Ostung einer Kirche versteht man die Ausrichtung des Kirchengebäudes nach Osten. Der Altar und somit die Richtung in die gebetet wird liegt im Osten. Christus ist das Licht der Welt, deshalb das Gebet in Richtung der aufgehenden Sonne.
 
Die Zorbauer Marienkirche weicht von einer genauen Ausrichtung nach Osten ab. 

Im Chorraum an der Nordseite befindet sich, typisch für die katholische Zeit, ein Sakramentshäuschen, in welchem bereits geweihte Hostien aufbewahrt wurden. Es war durch eine schmiedeeiserne Tür verschlossen. Ein Kreuz oberhalb deutet auf die Kreuzritterzeit hin. Das Sakramentshäuschen umgibt eine Wandmalerei. 

"Noch ist das Sehenswerte dieser Kirche nicht erschöpft. Auf dem Turme hängen nämlich drei interessante Glocken, von welchen die zweitgrößte ihres Alters und ihrer idealen Form wegen die bedeutenste ist." (Heimatkalender, 1909)

Die erste Orgel wurde um das Jahr 1699 als ein altes Werk von der Kommune in Weißenfels für 30 Taler gekauft. Die jetzige Orgel wurde auf Kosten der Gemeinde von Johann Georg Franke aus Buttelstädt erbaut, am 13. Februar 1724 vollendet und kostete über 100 Taler. Der Spieltisch befindet sich jetzt an der Südseite. 

Vom jetzigen Taufstein ist überliefert, dass ihn der Einwohner Peter Günther, (91-jährig) im Jahre 1666 auf seine Kosten anfertigen ließ und dass er im Jahre 1902, anlässlich einer Aufbahrung des Pfarrers Beyer, beim Hinaustragen zerbrochen ist. Der Fuß ist mit Gips wieder zusammengesetzt worden. Eine Eisenspange um den Fuß ist heute noch vorhanden. Der Taufstein hat eine mit grünen Blättern bemalte Holzverkleidung, von der nicht bekannt ist, wann sie angebracht wurde.