Marienkirche Zorbau

Durch die Entfernung der Kanzel und der unteren Empore im Jahre 1976, aber auch durch Abblättern des Putzes im Laufe der Jahre wurden Wandmalereien sichtbar. 1987/88 wurden diese teilweise freigelegt. An der Nordseite des Kirchenschiffes lassen sich in den Resten der Wandmalereien, die für die Marienkirche maßgeblichen Bauperioden wieder finden.

Im Jahre 1832 wurde die Marienkirche im Inneren erneuert und mit einem frischen Anstrich in weiß und blau versehen. Von dieser Renovierung ist heute nichts mehr zu sehen. Sichtbar sind jetzt Reste einer Ausmalung, die mit roter Farbe die Kreuzrippen und den Triumphbogen betonen. Möglicher Weise wurde bei dieser Renovierung um 1900 das Sakramentshäuschen und seine Umrandung wieder sichtbar gemacht. 1907 stiftete Fam. Mahler zwei Buntglasfenster anlässlich der Konfirmation ihrer Tochter. Im linken Fenster ist die Taufe Jesus, im rechten die Feier des Abendmahls zu sehen. 1976 wurde die untere Empore an der Südseite, die Kanzel, das Gestühl im Chorraum und ein Teil der Bänke entfernt. 1995/96 wurde das Dach der Marienkirche erneuert.

Die Umbauten erfolgten nur im Inneren der Marienkirche. Äußerlich wurde bis auf den Einbau eines Dachfensters nichts verändert. Während dieser Epoche wurden zwei übereinander liegende Emporen, mit der dazu gehörenden Treppe an der Nord- und Westseite eingebaut. Die Decke des Kirchenschiffes wurde durch ein hölzernes Tonnengewölbe ersetzt und somit der Einbau einer Orgel ca.1700 oder 1724 ermöglicht. Es erfolgten die Einbauten im Chorraum (z.B. Beichtstuhl) und der Einbau der Kanzel.

Der Chor wurde um ca. das Doppelte erweitert, und die Apsis durch einen trapezförmigen Abschluss mit drei gleich langen Seiten ersetzt. Jede Seite bekam ein Fenster. Als Material wurden unbehauene Bruchsteine verwendet. Der Chor wurde etwas erhöht und bekam ein Kreuzgewölbe. Um den Druck des Gewölbes abzufangen wurden zwei Stützpfeiler angebaut. 

Die Marienkirche ist im Ursprung eine romanische Wehrkirche. An der Westseite befindet sich der Turm, der das Kirchenschiff um das doppelte überragt. Er wird von sechs Schalllöchern mit romanischen Rundbogen durchbrochen, je zwei in den Breit- und einen in den Schmalseiten. Turm und Schiff sind aus einem Guss.