Marienkirche Zorbau

"Noch ist das Sehenswerte dieser Kirche nicht erschöpft. Auf dem Turme hängen nämlich drei interessante Glocken, von welchen die zweitgrößte ihres Alters und ihrer idealen Form wegen die bedeutenste ist." (Heimatkalender, 1909)

Die Marienkirche hatte drei Glocken aus Bronze. Heute besitzt die Marienkirche nur noch eine Glocke. Es ist die ehemals mittlere Glocke. Die kleine Glocke wurde im ersten, die große Glocke im zweiten Weltkrieg beschlagnahmt. Die jetzige Glocke hat folgende Inschrift:
VOX MEA SIT GRATA TIBI VIRGO MARIA BEATA (Meine Stimme sei Dir, selige Jungfrau Maria, wohlgefällig)
Die große Glocke ist im Jahre 1558 vom Glockengießer Eckhard Kuchgen gegossen worden. Sie hatte die Inschrift: GOTTES WORT BLEIBT EWICK ECKHARD KUCHGEN GOS MICH 1558. Auf jeder Seite war das Leiden Christi dargestellt. Ganz unten war das Bild einer Frauenperson, einen Kranz auf dem Haupte, worüber eine Haube gezogen ist. In der Hand hält sie eine Rute. Neben ihr steht ein Kind. Diese Frauenperson soll diese Glocke zur Büßung einer Sünde haben fertigen lassen.
Die kleine Glocke wurde am 8. Mai 1763 zur Feier des Friedensfestes von der Gemeinde für 284 Taler angeschafft und vom Glockengießer Becker in Naumburg gegossen, da die frühere, die auch weniger Gewicht enthielt, vor dem siebenjährigen Krieg gesprungen war.

Glocke
Die letzte verbliebene Glocke - ein weiterer Schatz unserer Kirche (Quelle: Dipl.-Ing. Lydia Winkler Architekten + Ingenieure)