Marienkirche Zorbau

Die Idee mit Hilfe von Patenschaften für Hopfenpflanzen einen Beitrag zu sammeln, um die Zorbauer Marienkirche zu sanieren entstand, nachdem der so genannte Braupfannenzins wieder entdeckt wurde.

Hopfen

 

In früheren Jahrhunderten gab es eine Brauerei in Zorbau. Die Braupfanne, in der das Bier hergestellt wurde, gehörte der Kirchengemeinde. Diese war dafür verantwortlich die Braupfanne instand zu halten und bekam dafür von der Brauerei einen monatlichen Zins. Diese alte Vorgehensweise legte den Grundstein für die Idee mit einer Besonderheit aus der Gemeinde auch Menschen aus anderen Orten für unsere Kirche zu interessieren und im besten Falle ein wenig Unterstützung für die Sanierung der ungefähr 900-Jahre alten Kirche zu bekommen.

Deshalb wurde nun erst vor kurzem junger Hopfen ausgepflanzt. Dieser wird zwei Jahre wachsen und ist dann Ernte reif. Die Kirchengemeinde und der Kindergarten werden sich darum kümmern. Im Ergebnis soll nächstes Jahr im Herbst ein workshop stattfinden, bei dem der Hopfen geerntet wird. Die Kindergartenkinder, ihre Eltern sowie alle interessierten Einwohner und Besucher der Gemeinde Zorbau können dann gemeinsam Entspannungskissen basteln, die wiederum für den guten Zweck verkauft werden könnten. Bis dahin werden sicher noch Ideen gesammelt und wir hoffen mit dieser etwas anderen Aktion auch bisher noch nicht Kirchen begeisterte Menschen für dieses Gebäude, das die Gemeinde seit vielen Jahrhunderten prägt, zu interessieren und vor allem dieses zu erhalten.

Folgende Unternehmen haben eine Patenschaft übernommen:

- ECS Energie Consulting & Service GmbH
- Gemeinde Zorbau
- Landwirt Burghard Otto
- Metallbau Werner
- Peisker Bau
- WSSC
- Hohenwarter TKS GmbH
- Familie Volkmar Weber

Die Kirchengemeinde bedankt sich herzlich und hofft auf gutes Gedeihen der Pflanzen, wie auch des Sanierungsprojektes.

 

 

Erst am 12. Februar berichtete die MZ über die geplanten Spendenaktionen, um die Sanierungsarbeiten an der Zorbauer Marienkirche zu unterstützen. Leider kam nun die Absagen der Stiftung KiBa, da nur 30 Kirchen gefördert werden können. Dies hat die Kirchengemeinde schon ein bißchen traurig gemacht.

Aber allein der Umstand, dass die Stiftung KiBa im kommenden Jahr keine Fördergelder im Rahmen der Aktion "Aus 2 mach 3" dazu gibt, soll nicht bedeuten, dass alle Arbeit umsonst war. Im Gegenteil, die Beteiligten sind sich einig, dass man die bereits getanen Schritte weiter gehen sollte und die gut überlegten Aktionen trotzdem durchführen wird. Denn auch wenn der Spendenerlös nicht noch einmal erhöht wird, sind die Gemeindeglieder sicher, dass durch jede Aktion ein paar Euro rein kommen, die der Kirchensanierung zugute kommen.

Deshalb ist nun folgendes geplant:

Im Zeitraum zwischen April und September werden mehrere Spendenaktionen gestartet. Ein großer Teil davon in Verbindung mit dem 20. Festanger, der vom 29. Mai bis 1 Juni 2008 stattfinden wird. Wie schon im vergangenen Jahr wird am Sonntag ein Gottesdienst im Festzelt stattfinden und die Besucher einladen sich im Anschluss die Kirche anzuschauen und sich bspw. von der Architektin die genauen Sanierungsarbeiten erklären zu lassen. Eine weitere Möglichkeit zur Information wird es am Infostand der Kirchengemeinde geben, wo man auch Postkarten kaufen kann oder sich über Konzerte und andere Events in der Kirche informieren kann.

Am Abend des 29. Mai werden Firmen der Region zu einem Empfang ins Festzelt geladen. Bei dieser Gelegenheit sollen die im MZ-Artikel beschriebenen Hopfenpflanzen gepflanzt werden. Für diese Pflanzen können ab sofort Patenschaften durch die Unternehmen der Region erstanden werden. Diese Gelder fließen direkt in die Sanierung und die Paten werden anschließend auf einer Tafeln benannt.

Neben weiteren kleineren Aktionen gibt es ein Highlight, wahrscheinlich im August, wenn Leipziger Musikstudenten zu einem klassischen Konzert in die Marienkirche in Zorbau einladen. Auch die dabei eingenommenen Eintrittsgelder kommen der Sanierung zu Gute.

Wir als Kirchengemeinde hoffen außerdem in unser altes Gemäuer wieder frischen Wind einziehen zu lassen und durch offene Türen und Ideen nicht nur die Einwohner Zorbaus auf unsere schöne Kirche aufmerksam zu machen, sondern vielleicht auch den einen oder anderen Besucher anzulocken.

Wir würden uns sehr über weitere Vorschläge zur Kirchennutzung freuen. Wenn das jemand liest, dem spontan etwas einfällt, der melde sich bitte im Gästebuch. Vielen Dank und auf Wiedersehen spätestens beim Angerfest.

 

Die Marienkirche Zorbau bewirbt sich bei der Aktion „Aus 2 mach 3“ der Stiftung KIBA (Stiftung zur Erhaltung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland).
Dazu werden im nächsten Jahr verschiedene Spendenaktionen in der und um die Marienkirche stattfinden. Sind wir in der Auswahl, gibt die Stiftung für jeden von Ihnen gespendeten Euro 50 Cent dazu.
Genaueres zu den Aktionen gibt es am Anfang des kommenden Jahres. Nur so viel: man wird bei den Spendenaktionen im kommenden Jahr viel Spannendes über die Kirche erfahren können.

2008 soll die Sicherung und Sanierung der Dachkonstruktion erfolgen. Hier der Stand der Dinge:
Die Marienkirche in Zorbau ist ein Schatzkästchen. Neben ihrem kostbaren Inhalt stellt sie selbst einen hohen bauhistorischen Wert dar.
Von Außen und Innen vermittelt die Marienkirche trotz einiger Eingriffe einen ursprünglichen, dörflichen Eindruck. Die wesentlichsten Veränderungen der spätromanischen Anlage fanden mit dem Anbau des kreuzrippengewölbten Chores zur Zeit der Gotik statt. An Anfang des 18. Jahrhundert erfolgte die Herstellung einer holzgewölbten Decke für den Einbau einer zweiter Empore.
Durch diesen Eingriff wurde das Dachtragwerk über dem Schiff nachhaltig verändert. Die Deckenbalken wurden entfernt und als Diagonalversteifung über der Tonne wieder eingebaut. Auf Spannanker wurde verzichtet. Als Ergebnis zeigt das Tragwerk große statisch-konstruktive Schäden. Hölzer an den Knotenpunkten sind nicht mehr formschlüssig verbunden. Die Sparren biegen sich über die zulässigen Werte durch. Auch das Mauerwerk des Kirchenschiffes leidet unter der falschen Lasteintragung und zeigt Risse und Verformungen.
Das Dachtragwerk über dem Chor weist ebenfalls statisch-konstrukiv schwerwiegende Fehler auf. So sind die einzelnen Sparrengebinde untereinander nur durch die Dachlatten verbunden. Pfetten, Windrispen oder eine funktionierende Mauerlatte fehlen. Das Ergebnis der direkten Eintragung von Schubkräften auf die Mauerkrone ist eine Verformung nach außen von 60 mm. Das Kreuzrippengewölbe hat sich dadurch etwas abgesenkt und es sind klaffende Fugen an den Schwachstellen entstanden.
In Absprache mit Denkmalpflege und Kirchenämtern kommt eine zusätzliche Aussteifung innerhalb der Dachkonstruktion zum Einsatz, um den Kräfteverlauf positiv zu verändern. Die Sanierung berücksichtigt den gewachsenen Bestand und wird nur mit den notwendigsten Anpassungen ausgeführt. Ziel ist es, in größtmöglichem Umfang die Originalsubstanz zu erhalten. Ein Schnitzaltar von 1515 gehört zu den wertvollsten Ausstattungsstücken der Marienkirche. Außerdem sind ein romanischer Taufstein vorhanden, eine Sakramentsnische mit Reliefkreuz und bemalter architektonischer Umrahmung. Auf der Nordseite und an der Gewölbedecke haben sich romanische und gotische Wandmalereien erhalten.
Im hölzernen Glockenstuhl von 1858 hängt eine bronzene Glocke aus dem 13. Jahrhundert. Aufgrund der gesamtkirchlichen Situation wird die Kirche seit einigen Jahren nicht ausgelastet. Doch der Gemeindekirchenrat hat auch über diese Zeit beharrlich Spenden für die langersehnte Innenrenovierung gesammelt. Durch ein Holzschutzgutachten kamen jedoch die großen Schäden am Dach 2006 zum Vorschein. Pfarrer Wisch konnte zwei Erwachsenentaufen durchführen und es gibt mannigfaltige Pläne zur Nutzung des Kirchenraumes und zur Einbeziehung der Kirche in das Dorfleben. (Quelle: Dipl.-Ing. Lydia Winkler Architekten + Ingenieure | www.winkler-ai.de)


Die Balken des Dachstuhles sind in sehr schlechtem Zustand (Quelle: Dipl.-Ing. Lydia Winkler Architekten + Ingenieure)


Die Balken des Dachstuhles sind in sehr schlechtem Zustand (Quelle: Dipl.-Ing. Lydia Winkler Architekten + Ingenieure)


Die Balken des Dachstuhles sind in sehr schlechtem Zustand (Quelle: Dipl.-Ing. Lydia Winkler Architekten + Ingenieure)