Evangelium des Matthus

Evangelium des Matthus in der Elberfelder Übersetzung
Christus, der Knig, Entstehung ca. 50 n.Chr.

Kapitel 12 von 28

1 Zu der Zeit ging Jesus durch die Saat am Sabbat; und seine Jnger waren hungrig, fingen an, hren auszuraufen, und assen.2 Da das die Phariser sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jnger tun, was sich nicht ziemt am Sabbat zu tun.3 Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, da ihn und die mit ihm waren, hungerte?4 wie er in das Gotteshaus ging und ass die Schaubrote, die ihm doch nicht ziemte zu essen noch denen, die mit ihm waren, sondern allein den Priestern?5 Oder habt ihr nicht gelesen im Gesetz, wie die Priester am Sabbat im Tempel den Sabbat brechen und sind doch ohne Schuld?6 Ich sage aber euch, dass hier der ist, der auch grsser ist denn der Tempel.7 Wenn ihr aber wsstet, was das sei: "Ich habe Wohlgefallen an der Barmherzigkeit und nicht am Opfer", httet ihr die Unschuldigen nicht verdammt.8 Des Menschen Sohn ist ein HERR auch ber den Sabbat.9 Und er ging von da weiter und kam in ihre Schule.10 Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Ist`s auch recht, am Sabbat heilen? auf dass sie eine Sache gegen ihn htten.11 Aber er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, so er ein Schaf hat, das ihm am Sabbat in eine Grube fllt, der es nicht ergreife und aufhebe?12 Wie viel besser ist nun ein Mensch denn ein Schaf! Darum mag man wohl am Sabbat Gutes tun.13 Da sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und sie ward ihm wieder gesund gleichwie die andere.14 Da gingen die Phariser hinaus und hielten einen Rat ber ihn, wie sie ihn umbrchten.15 Aber da Jesus das erfuhr, wich er von dannen. Und ihm folgte viel Volks nach, und er heilte sie alle16 und bedrohte sie, dass sie ihn nicht meldeten,17 auf das erfllet wrde, was gesagt ist von dem Propheten Jesaja, der da spricht:18 "Siehe, das ist mein Knecht, den ich erwhlt habe, und mein Liebster, an dem meine Seele Wohlgefallen hat; Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er soll den Heiden das Gericht verknden.19 Er wird nicht zanken noch schreien, und man wird sein Geschrei nicht hren auf den Gassen;20 das zerstossene Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslschen, bis dass er ausfhre das Gericht zum Sieg;21 und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen."22 Da ward ein Besessener zu ihm gebracht, der ward blind und stumm; und er heilte ihn, also dass der Blinde und Stumme redete und sah.23 Und alles Volk entsetzte sich und sprach: Ist dieser nicht Davids Sohn?24 Aber die Phariser, da sie es hrten, sprachen sie: Er treibt die Teufel nicht anders aus denn durch Beelzebub, der Teufel Obersten.25 Jesus kannte aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit sich selbst uneins wird, das wird wst; und eine jegliche Stadt oder Haus, so es mit sich selbst uneins wird, kann`s nicht bestehen.26 So denn ein Satan den andern austreibt, so muss er mit sich selbst uneins sein; wie kann denn sein Reich bestehen?27 So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein.28 So ich aber die Teufel durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.29 Oder wie kann jemand in eines Starken Haus gehen und ihm seinen Hausrat rauben, es sei denn, dass er zuvor den Starken binde und alsdann ihm sein Haus beraube?30 Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.31 Darum sage ich euch: Alle Snde und Lsterung wird den Menschen vergeben; aber die Lsterung wider den Geist wird den Menschen nicht vergeben.32 Und wer etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wird`s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.33 Setzt entweder einen guten Baum, so wird die Frucht gut; oder setzt einen faulen Baum, so wird die Frucht faul. Denn an der Frucht erkennt man den Baum.34 Ihr Otterngezchte, wie knnt ihr Gutes reden, dieweil ihr bse seid? Wes das Herz voll ist, des geht der Mund ber.35 Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus seinem guten Schatz des Herzens; und ein bser Mensch bringt Bses hervor aus seinem bsen Schatz.36 Ich sage euch aber, dass die Menschen mssen Rechenschaft geben am Jngsten Gericht von einem jeglichen unntzen Wort, das sie geredet haben.37 Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.38 Da antworteten etliche unter den Schriftgelehrten und Pharisern und sprachen: Meister, wir wollten gern ein Zeichen von dir sehen.39 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Die bse und ehebrecherische Art sucht ein Zeichen; und es wird ihr kein Zeichen gegeben werden denn das Zeichen des Propheten Jona.40 Denn gleichwie Jona war drei Tage und drei Nchte in des Walfisches Bauch, also wird des Menschen Sohn drei Tage und drei Nchte mitten in der Erde sein.41 Die Leute von Ninive werden auftreten am Jngsten Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Busse nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr denn Jona.42 Die Knigin von Mittag wird auftreten am Jngsten Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, Salomons Weisheit zu hren. Und siehe, hier ist mehr denn Salomo.43 Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchwandelt er drre Sttten, sucht Ruhe, und findet sie nicht.44 Da spricht er denn: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er`s leer, gekehrt und geschmckt.45 So geht er hin und nimmt zu sich sieben andere Geister, die rger sind denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie allda; und es wird mit demselben Menschen hernach rger, denn es zuvor war. Also wird`s auch diesem argen Geschlecht gehen.46 Da er noch also zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brder draussen, die wollten mit ihm reden.47 Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brder stehen draussen und wollen mit dir reden.48 Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brder?49 Und er reckte die Hand aus ber seine Jnger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und meine Brder!50 Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mein Bruder, Schwester und Mutter.