Evangelium des Matthus

Evangelium des Matthus in der Elberfelder Übersetzung
Christus, der Knig, Entstehung ca. 50 n.Chr.

Kapitel 13 von 28

1 An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an das Meer.2 Und es versammelte sich viel Volks zu ihm, also dass er in das Schiff trat und sass, und alles Volk stand am Ufer.3 Und er redete zu ihnen mancherlei durch Gleichnisse und sprach: Siehe, es ging ein Semann aus, zu sen.4 Und indem er ste, fiel etliches an den Weg; da kamen die Vgel und frassen`s auf.5 Etliches fiel in das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte; und ging bald auf, darum dass es nicht tiefe Erde hatte.6 Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und dieweil es nicht Wurzel hatte, ward es drre.7 Etliches fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten`s.8 Etliches fiel auf gutes Land und trug Frucht, etliches hundertfltig, etliches sechzigfltig, etliches dreissigfltig.9 Wer Ohren hat zu hren, der hre!10 Und die Jnger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen durch Gleichnisse?11 Er antwortete und sprach: Euch ist es gegeben, dass ihr das Geheimnis des Himmelreichs verstehet; diesen aber ist es nicht gegeben.12 Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Flle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen was er hat.13 Darum rede ich zu ihnen durch Gleichnisse. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht, und mit hrenden Ohren hren sie nicht; denn sie verstehen es nicht.14 Und ber ihnen wird die Weissagung Jesaja`s erfllt, die da sagt: "Mit den Ohren werdet ihr hren, und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen, und werdet es nicht verstehen.15 Denn dieses Volkes Herz ist verstockt, und ihre Ohren hren bel, und ihre Augen schlummern, auf dass sie nicht dermaleinst mit den Augen sehen und mit den Ohren hren und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, dass ich ihnen hlfe."16 Aber selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hren.17 Wahrlich ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und haben`s nicht gesehen, und zu hren, was ihr hret, und haben`s nicht gehrt.18 So hrt nun ihr dieses Gleichnis von dem Semann:19 Wenn jemand das Wort von dem Reich hrt und nicht versteht, so kommt der Arge und reisst hinweg, was da gest ist in sein Herz; und das ist der, bei welchem an dem Wege gest ist.20 Das aber auf das Steinige gest ist, das ist, wenn jemand das Wort hrt und es alsbald aufnimmt mit Freuden;21 aber er hat nicht Wurzel in sich, sondern ist wetterwendisch; wenn sich Trbsal und Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so rgert er sich alsbald.22 Das aber unter die Dornen gest ist, das ist, wenn jemand das Wort hrt, und die Sorge dieser Welt und der Betrug des Reichtums erstickt das Wort, und er bringt nicht Frucht.23 Das aber in das gute Land gest ist, das ist, wenn jemand das Wort hrt und versteht es und dann auch Frucht bringt; und etlicher trgt hundertfltig, etlicher aber sechzigfltig, etlicher dreissigfltig.24 Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker ste.25 Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und ste Unkraut zwischen den Weizen und ging davon.26 Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut.27 Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gest? Woher hat er denn das Unkraut?28 Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sagten die Knechte: Willst du das wir hingehen und es ausjten?29 Er sprach: Nein! auf dass ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjtet.30 Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bndlein, dass man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuer.31 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und ste es auf seinen Acker;32 welches ist das kleinste unter allem Samen; wenn er erwchst, so ist es das grsste unter dem Kohl und wird ein Baum, dass die Vgel unter dem Himmel kommen und wohnen unter seinen Zweigen.33 Ein anderes Gleichnis redete er zu ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteig, den ein Weib nahm und unter drei Scheffel Mehl vermengte, bis es ganz durchsuert ward.34 Solches alles redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volk, und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen,35 auf das erfllet wrde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen die Heimlichkeiten von Anfang der Welt.36 Da liess Jesus das Volk von sich und kam heim. Und seine Jnger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Geheimnis vom Unkraut auf dem Acker.37 Er antwortete und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist`s, der da Guten Samen st.38 Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reiches. Das Unkraut sind die Kinder der Bosheit.39 Der Feind, der sie st, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel.40 Gleichwie man nun das Unkraut ausjtet und mit Feuer verbrennt, so wird`s auch am Ende dieser Welt gehen:41 des Menschen Sohn wird seine Engel senden; und sie werden sammeln aus seinem Reich alle rgernisse und die da unrecht tun,42 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zhneklappen.43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu hren, der hre!44 Abermals ist gleich das Himmelreich einem verborgenem Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn und ging hin vor Freuden ber denselben und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.45 Abermals ist gleich das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte.46 Und da er eine kstliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.47 Abermals ist gleich das Himmelreich einem Netze, das ins Meer geworfen ist, womit man allerlei Gattung fngt.48 Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die guten in ein Gefss zusammen; aber die faulen werfen sie weg.49 Also wird es auch am Ende der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und die Bsen von den Gerechten scheiden50 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zhneklappen sein.51 Und Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr das alles verstanden? Sie sprachen: Ja, HERR.52 Da sprach er: Darum ein jeglicher Schriftgelehrter, zum Himmelreich gelehrt, ist gleich einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervortrgt.53 Und es begab sich, da Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er von dannen54 und kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Schule, also auch, dass sie sich entsetzten und sprachen: Woher kommt diesem solche Weisheit und Taten?55 Ist er nicht eines Zimmermann`s Sohn? Heisst nicht seine Mutter Maria? und seine Brder Jakob und Joses und Simon und Judas?56 Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn das alles?57 Und sie rgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgend weniger denn in seinem Vaterland und in seinem Hause.58 Und er tat daselbst nicht viel Zeichen um ihres Unglaubens willen.