Evangelium des Matthus

Evangelium des Matthus in der Elberfelder Übersetzung
Christus, der Knig, Entstehung ca. 50 n.Chr.

Kapitel 14 von 28

1 Zu der Zeit kam das Gercht von Jesu vor den Vierfrsten Herodes.2 Und er sprach zu seinen Knechten: Dieser ist Johannes der Tufer; er ist von den Toten auferstanden, darum tut er solche Taten.3 Denn Herodes hatte Johannes gegriffen und in das Gefngnis gelegt wegen der Herodias, seines Bruders Philippus Weib.4 Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist nicht recht, dass du sie habest.5 Und er htte ihn gern gettet, frchtete sich aber vor dem Volk; denn sie hielten ihn fr einen Propheten.6 Da aber Herodes seinen Jahrestag beging, da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen. Das gefiel Herodes wohl.7 Darum verhiess er ihr mit einem Eide, er wollte ihr geben, was sie fordern wrde.8 Und wie sie zuvor von ihrer Mutter angestiftet war, sprach sie: Gib mir her auf einer Schssel das Haupt Johannes des Tufers!9 Und der Knig ward traurig; doch um des Eides willen und derer, die mit ihm zu Tische sassen, befahl er`s ihr zu geben.10 Und schickte hin und enthauptete Johannes im Gefngnis.11 Und sein Haupt ward hergetragen in einer Schssel und dem Mgdlein gegeben; und sie brachte es ihrer Mutter.12 Da kamen seine Jnger und nahmen seinen Leib und begruben ihn; und kamen und verkndigten das Jesus.13 Da das Jesus hrte, wich er von dannen auf einem Schiff in eine Wste allein. Und da das Volk das hrte, folgte es ihm nach zu Fuss aus den Stdten.14 Und Jesus ging hervor und sah das grosse Volk; und es jammerte ihn derselben, und er heilte ihre Kranken.15 Am Abend aber traten seine Jnger zu ihm und sprachen: Dies ist eine Wste, und die Nacht fllt herein; Lass das Volk von dir, dass sie hin in die Mrkte gehen und sich Speise kaufen.16 Aber Jesus sprach zu ihnen: Es ist nicht not, dass sie hingehen; gebt ihr ihnen zu essen.17 Sie sprachen: Wir haben hier nichts denn fnf Brote und zwei Fische.18 Und er sprach: Bringet sie mir her.19 Und er hiess das Volk sich lagern auf das Gras und nahm die fnf Brote und die zwei Fische, sah auf zum Himmel und dankte und brach`s und gab die Brote den Jngern, und die Jnger gaben sie dem Volk.20 Und sie assen alle und wurden satt und hoben auf, was brigblieb von Brocken, zwlf Krbe voll.21 Die aber gegessen hatten waren, waren bei fnftausend Mann, ohne Weiber und Kinder.22 Und alsbald trieb Jesus seine Jnger, dass sie in das Schiff traten und vor ihm herberfuhren, bis er das Volk von sich liesse.23 Und da er das Volk von sich gelassen hatte, stieg er auf einen Berg allein, dass er betete. Und am Abend war er allein daselbst.24 Und das Schiff war schon mitten auf dem Meer und litt Not von den Wellen; denn der Wind war ihnen zuwider.25 Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem Meer.26 Und da ihn die Jnger sahen auf dem Meer gehen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst! und schrieen vor Furcht.27 Aber alsbald redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, Ich bin`s; frchtet euch nicht!28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: HERR, bist du es, so heiss mich zu dir kommen auf dem Wasser.29 Und er sprach: Komm her! Und Petrus trat aus dem Schiff und ging auf dem Wasser, dass er zu Jesu kme.30 Er sah aber einen starken Wind; da erschrak er und hob an zu sinken, schrie und sprach: HERR, hilf mir!31 Jesus reckte alsbald die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: O du Kleinglubiger, warum zweifeltest du?32 Und sie traten in das Schiff, und der Wind legte sich.33 Die aber im Schiff waren, kamen und fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrlich Gottes Sohn!34 Und sie schifften hinber und kamen in das Land Genezareth.35 Und da die Leute am selbigen Ort sein gewahr wurden, schickten sie aus in das ganze Land umher und brachten allerlei Ungesunde zu ihm36 und baten ihn, dass sie nur seines Kleides Saum anrhrten. Und alle, die ihn anrhrten, wurden gesund.