Evangelium des Matthus

Evangelium des Matthus in der Elberfelder Übersetzung
Christus, der Knig, Entstehung ca. 50 n.Chr.

Kapitel 15 von 28

1 Da kamen zu ihm die Schriftgelehrten und Phariser von Jerusalem und sprachen:2 Warum bertreten deine Jnger der ltesten Aufstze? Sie waschen ihre Hnde nicht, wenn sie Brot essen.3 Er antwortete und sprach zu ihnen: Warum bertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Aufstze willen?4 Gott hat geboten: "Du sollst Vater und Mutter ehren; wer Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben."5 Ihr aber lehret: Wer zum Vater oder Mutter spricht: "Es ist Gott gegeben, was dir sollte von mir zu Nutz kommen", der tut wohl.6 Damit geschieht es, dass niemand hinfort seinen Vater oder seine Mutter ehrt, und also habt ihr Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufstze willen.7 Ihr Heuchler, wohl fein hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen:8 "Dies Volk naht sich zu mir mit seinem Munde und ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir;9 aber vergeblich dienen sie mir, dieweil sie lehren solche Lehren, die nichts denn Menschengebote sind."10 Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihm: Hret zu und fasset es!11 Was zum Munde eingeht, das verunreinigt den Menschen nicht; sondern was zum Munde ausgeht, das verunreinigt den Menschen.12 Da traten seine Jnger zu ihm und sprachen: Weisst du auch, dass sich die Phariser rgerten, da sie das Wort hrten?13 Aber er antwortete und sprach: Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht pflanzte, die werden ausgereutet.14 Lasset sie fahren! Sie sind blinde Blindenleiter. Wenn aber ein Blinder den andern leitet, so fallen sie beide in die Grube.15 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Deute uns dieses Gleichnis.16 Und Jesus sprach zu ihnen: Seid ihr denn auch noch unverstndig?17 Merket ihr noch nicht, dass alles, was zum Munde eingeht, das geht in den Bauch und wird durch den natrlichen Gang ausgeworfen?18 Was aber zum Munde herausgeht, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen.19 Denn aus dem Herzen kommen arge Gedanken: Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsch Zeugnis, Lsterung.20 Das sind Stcke, die den Menschen verunreinigen. Aber mit ungewaschenen Hnden essen verunreinigt den Menschen nicht.21 Und Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend von Tyrus und Sidon.22 Und siehe, ein kanaanisches Weib kam aus derselben Gegend und schrie ihm nach und sprach: Ach HERR, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel bel geplagt.23 Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jnger, baten ihn und sprachen: Lass sie doch von dir, denn sie schreit uns nach.24 Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt denn nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel.25 Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: HERR, hilf mir!26 Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.27 Sie sprach: Ja, HERR; aber doch essen die Hndlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tisch fallen.28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist gross! Dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselben Stunde.29 Und Jesus ging von da weiter und kam an das Galilische Meer und ging auf einen Berg und setzte sich allda.30 Und es kam zu ihm viel Volks, die hatten mit sich Lahme, Blinde, Stumme, Krppel und viele andere und warfen sie Jesu vor die Fsse, und er heilte sie,31 dass sich das Volk verwunderte, da sie sahen, dass die Stummen redeten, die Krppel gesund waren, die Lahmen gingen, die Blinden sahen; und sie priesen den Gott Israels.32 Und Jesus rief seine Jnger zu sich und sprach: Es jammert mich des Volks; denn sie beharren nun wohl drei Tage bei mir und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht ungegessen von mir lassen, auf dass sie nicht verschmachten auf dem Wege.33 Da sprachen seine Jnger zu ihm: Woher mgen wir so viel Brot nehmen in der Wste, dass wir so viel Volks sttigen?34 Und Jesus sprach zu ihnen: Wie viel Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben und ein wenig Fischlein.35 Und er hiess das Volk sich lagern auf die Erde36 und nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach sie und gab sie seinen Jngern; und die Jnger gaben sie dem Volk.37 Und sie assen alle und wurden satt; und hoben auf, was brig blieb von Brocken, sieben Krbe voll.38 Und die da gegessen hatten, derer waren viertausend Mann, ausgenommen Weiber und Kinder.39 Und da er das Volk hatte von sich gelassen, trat er in ein Schiff und kam in das Gebiet Magdalas.