Evangelium des Matthus

Evangelium des Matthus in der Elberfelder Übersetzung
Christus, der Knig, Entstehung ca. 50 n.Chr.

Kapitel 18 von 28

1 Zu derselben Stunde traten die Jnger zu Jesu und sprachen: Wer ist doch der Grsste im Himmelreich?2 Jesus rief ein Kind zu sich und stellte das mitten unter sie3 und sprach: Wahrlich ich sage euch: Es sei denn, dass ihr umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.4 Wer nun sich selbst erniedrigt wie dies Kind, der ist der Grsste im Himmelreich.5 Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.6 Wer aber rgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wre es besser, dass ein Mhlstein an seinen Hals gehngt und er ersuft werde im Meer, da es am tiefsten ist.7 Weh der Welt der rgernisse halben! Es muss ja rgernis kommen; doch weh dem Menschen, durch welchen rgernis kommt!8 So aber deine Hand oder dein Fuss dich rgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist besser, dass du zum Leben lahm oder als Krppel eingehst, denn dass du zwei Hnde oder zwei Fsse hast und wirst in das hllische Feuer geworfen.9 Und so dich dein Auge rgert, reiss es aus und wirf`s von dir. Es ist dir besser, dass du einugig zum Leben eingehest, denn dass du zwei Augen habest und wirst in das hllische Feuer geworfen.10 Sehet zu, dass ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit in das Angesicht meines Vaters im Himmel.11 Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, das verloren ist.12 Was dnkt euch? Wenn irgend ein Mensch hundert Schafe htte und eins unter ihnen sich verirrte: lsst er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte?13 Und so sich`s begibt, dass er`s findet, wahrlich ich sage euch, er freut sich darber mehr denn ber die neunundneunzig, die nicht verirrt sind.14 Also auch ist`s vor eurem Vater im Himmel nicht der Wille, dass jemand von diesen Kleinen verloren werde.15 Sndigt aber dein Bruder an dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. Hrt er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.16 Hrt er dich nicht, so nimm noch einen oder zwei zu dir, auf dass alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund.17 Hrt er die nicht, so sage es der Gemeinde. Hrt er die Gemeinde nicht, so halt ihn als einen Zllner oder Heiden.18 Wahrlich ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lsen werdet, soll auch im Himmel los sein.19 Weiter sage ich euch: wo zwei unter euch eins werden, warum es ist, dass sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.21 Da trat Petrus zu ihm und sprach: HERR, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sndigt, vergeben? Ist`s genug siebenmal?22 Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: Nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.23 Darum ist das Himmelreich gleich einem Knig, der mit seinen Knechten rechnen wollte.24 Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig.25 Da er`s nun nicht hatte, zu bezahlen, hiess der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen.26 Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir`s alles bezahlen.27 Da jammerte den Herrn des Knechtes, und er liess ihn los, und die Schuld erliess er ihm auch.28 Da ging derselbe Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und wrgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist!29 Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir; ich will dir`s alles bezahlen.30 Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefngnis, bis dass er bezahlte, was er schuldig war.31 Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrbt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte.32 Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest;33 solltest du denn dich nicht auch erbarmen ber deinen Mitknecht, wie ich mich ber dich erbarmt habe?34 Und sein Herr ward sehr zornig und berantwortete ihn den Peinigern, bis dass er bezahlte alles, was er ihm schuldig war.35 Also wird euch mein himmlischer Vater auch tun, so ihr nicht vergebt von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler.