Evangelium des Matthus

Evangelium des Matthus in der Elberfelder Übersetzung
Christus, der Knig, Entstehung ca. 50 n.Chr.

Kapitel 20 von 28

1 Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg.2 Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg.3 Und ging aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Markte mssig stehen4 und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist.5 Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und die neunte Stunde und tat gleichalso.6 Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere mssig stehen und sprach zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag mssig?7 Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedingt. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden.8 Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und heb an an den Letzten bis zu den Ersten.9 Da kamen, die um die elfte Stunde gedingt waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen.10 Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie wrden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen.11 Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater12 und sprachen: Diese haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben.13 Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich tue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden fr einen Groschen?14 Nimm, was dein ist, und gehe hin! Ich will aber diesem letzten geben gleich wie dir.15 Oder habe ich nicht Macht, zu tun, was ich will, mit dem Meinen? Siehst du darum so scheel, dass ich so gtig bin?16 Also werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige auserwhlt.17 Und er zog hinauf gen Jerusalem und nahm zu sich die zwlf Jnger besonders auf dem Wege und sprach zu ihnen:18 Siehe, wir ziehen hinauf gen Jerusalem, und des Menschen Sohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten berantwortet werden; sie werden ihn verdammen zum Tode19 und werden ihn berantworten den Heiden, zu verspotten und zu geisseln und zu kreuzigen; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.20 Da trat zu ihm die Mutter der Kinder des Zebedus mit ihren Shnen, fiel vor ihm nieder und bat etwas von ihm.21 Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Lass diese meine zwei Shne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken.22 Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Knnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Jawohl.23 Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, sollt ihr getauft werden; aber das sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben steht mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater.24 Da das die zehn hrten, wurden sie unwillig ber die zwei Brder.25 Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisset, dass die weltlichen Frsten herrschen und die Obersten haben Gewalt.26 So soll es nicht sein unter euch. Sondern, so jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener;27 und wer da will der Vornehmste sein, der sei euer Knecht,28 gleichwie des Menschen Sohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlsung fr viele.29 Und da sie von Jericho auszogen, folgte ihm viel Volks nach.30 Und siehe, zwei Blinde sassen am Wege; und da sie hrten, dass Jesus vorberging, schrieen sie und sprachen: Ach HERR, du Sohn Davids, erbarme dich unser!31 Aber das Volk bedrohte sie, dass sie schweigen sollten. Aber sie schrieen viel mehr und sprachen: Ach HERR, du Sohn Davids, erbarme dich unser!32 Jesus aber stand still und rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll?33 Sie sprachen zu ihm: HERR, dass unsere Augen aufgetan werden.34 Und es jammerte Jesum, und er rhrte ihre Augen an; und alsbald wurden ihre Augen wieder sehend, und sie folgten ihm nach.