Evangelium des Matthus

Evangelium des Matthus in der Elberfelder Übersetzung
Christus, der Knig, Entstehung ca. 50 n.Chr.

Kapitel 9 von 28

1 Da trat er in das Schiff und fuhr wieder herber und kam in seine Stadt.2 Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrchigen, der lag auf einem Bett. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrchigen: Sei getrost, mein Sohn; deine Snden sind dir vergeben.3 Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lstert Gott.4 Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so arges in euren Herzen?5 Welches ist leichter: zu sagen: Dir sind deine Snden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandle?6 Auf das ihr aber wisset, dass des Menschen Sohn Macht habe, auf Erden die Snden zu vergeben (sprach er zu dem Gichtbrchigen): Stehe auf, hebe dein Bett auf und gehe heim!7 Und er stand auf und ging heim.8 Da das Volk das sah, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat.9 Und da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hiess Matthus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm.10 Und es begab sich, da er zu Tische sass im Hause, siehe, da kamen viele Zllner und Snder und sassen zu Tische mit Jesu und seinen Jngern.11 Da das die Phariser sahen, sprachen sie zu seinen Jngern: Warum isset euer Meister mit den Zllnern und Sndern?12 Da das Jesus hrte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedrfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.13 Gehet aber hin und lernet, was das sei: "Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer." Ich bin gekommen die Snder zur Busse zu rufen, und nicht die Gerechten.14 Indes kamen die Jnger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Phariser so viel, und deine Jnger fasten nicht?15 Jesus sprach zu ihnen: Wie knnen die Hochzeitleute Leid tragen, solange der Brutigam bei ihnen ist? Es wird aber die Zeit kommen, dass der Brutigam von ihnen genommen wird; alsdann werden sie fasten.16 Niemand flickt ein altes Kleid mit einem Lappen von neuem Tuch; denn der Lappen reisst doch wieder vom Kleid, und der Riss wird rger.17 Man fasst auch nicht Most in alte Schluche; sonst zerreissen die Schluche und der Most wird verschttet, und die Schluche kommen um. Sondern man fasst Most in neue Schluche, so werden sie beide miteinander erhalten.18 Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: HERR, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig.19 Und Jesus stand auf und folgte ihm nach und seine Jnger.20 Und siehe, ein Weib, das zwlf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rhrte seines Kleides Saum an.21 Denn sie sprach bei sich selbst: Mchte ich nur sein Kleid anrhren, so wrde ich gesund.22 Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter; dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselben Stunde.23 Und als er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Getmmel des Volks,24 sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mgdlein ist nicht tot, sondern es schlft. Und sie verlachten ihn.25 Als aber das Volk hinausgetrieben war, ging er hinein und ergriff es bei der Hand; da stand das Mdglein auf.26 Und dies Gercht erscholl in dasselbe ganze Land.27 Und da Jesus von da weiterging, folgten ihm zwei Blinde nach, die schrieen und sprachen: Ach, du Sohn Davids, erbarme dich unser!28 Und da er heimkam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus sprach zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich euch solches tun kann? Da sprachen sie zu ihm: HERR, ja.29 Da rhrte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben.30 Und ihre Augen wurden geffnet. Und Jesus bedrohte sie und sprach: Seht zu, dass es niemand erfahre!31 Aber sie gingen aus und machten ihn ruchbar im selben ganzen Lande.32 Da nun diese waren hinausgekommen, siehe, da brachten sie zu ihm einen Menschen, der war stumm und besessen.33 Und da der Teufel war ausgetrieben, redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich und sprach: Solches ist noch nie in Israel gesehen worden.34 Aber die Phariser sprachen: Er treibt die Teufel aus durch der Teufel Obersten.35 Und Jesus ging umher in alle Stdte und Mrkte, lehrte in ihren Schulen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte allerlei Seuche und allerlei Krankheit im Volke.36 Und da er das Volk sah, jammerte ihn desselben; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.37 Da sprach er zu seinen Jngern: Die Ernte ist gross, aber wenige sind der Arbeiter.38 Darum bittet den HERRN der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.