Das Buch: "Der Brief des Jakobus"

Der Brief des Jakobus in der Lutherübersetzung
Das praktische christliche Leben, Entstehung ca. 45-50 n.Chr.

Kapitel 3 von 5

1 "Seid nicht viele Lehrer, meine Brder, da ihr wisset, da wir ein schwereres Urteil empfangen werden; denn wir alle straucheln oft."2 Wenn jemand nicht im Worte strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fhig, auch den ganzen Leib zu zgeln.3 Siehe, den Pferden legen wir die Gebisse in die Muler, damit sie uns gehorchen, und lenken ihren ganzen Leib.4 Siehe, auch die Schiffe, die so gro sind, und von heftigen Winden getrieben werden, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin irgend der Trieb des Steuermanns will.5 So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rhmt sich groer Dinge. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen groen Wald zndet es an!6 Und die Zunge ist ein Feuer, die Welt der Ungerechtigkeit. Die Zunge ist unter unseren Gliedern gesetzt, als die den ganzen Leib befleckt und den Lauf der Natur anzndet und von der Hlle angezndet wird.7 "Denn jede Natur, sowohl der Tiere als der Vgel, sowohl der kriechenden als der Meertiere, wird gebndigt und ist gebndigt worden durch die menschliche Natur;"8 die Zunge aber kann keiner der Menschen bndigen: sie ist ein unstetes bel, voll tdlichen Giftes.9 Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes geworden sind.10 Aus demselben Munde geht Segen und Fluch hervor. Dies, meine Brder, sollte nicht also sein.11 Die Quelle sprudelt doch nicht aus derselben ffnung das Se und das Bittere?12 Kann etwa, meine Brder, ein Feigenbaum Oliven hervorbringen, oder ein Weinstock Feigen? Auch kann Salziges nicht ses Wasser hervorbringen.13 Wer ist weise und verstndig unter euch? Er zeige aus dem guten Wandel seine Werke in Sanftmut der Weisheit.14 Wenn ihr aber bitteren Neid und Streitsucht in eurem Herzen habt, so rhmet euch nicht und lget nicht wider die Wahrheit.15 Dies ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern eine irdische, sinnliche, teuflische.16 Denn wo Neid und Streitsucht ist, da ist Zerrttung und jede schlechte Tat.17 Die Weisheit aber von oben ist aufs erste rein, sodann friedsam, gelinde, folgsam, voll Barmherzigkeit und guter Frchte, unparteiisch, ungeheuchelt.18 Die Frucht der Gerechtigkeit in Frieden aber wird denen gest, die Frieden stiften.