Evangelium des Matthus

Evangelium des Matthus in der Elberfelder Übersetzung
Christus, der Knig, Entstehung ca. 50 n.Chr.

Kapitel 11 von 28

1 Und es begab sich, da Jesus solch Gebot an seine zwlf Jnger vollendet hatte, ging er von da weiter, zu lehren und zu predigen in ihren Stdten.2 Da aber Johannes im Gefngnis die Werke Christi hrte, sandte er seiner Jnger zwei3 und liess ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines anderen warten?4 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr sehet und hret:5 die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Ausstzigen werden rein und die Tauben hren, die Toten stehen auf und den Armen wird das Evangelium gepredigt;6 und selig ist, der sich nicht an mir rgert.7 Da die hingingen, fing Jesus an, zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die Wste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her bewegt?8 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Knige Husern.9 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet.10 Denn dieser ist`s, von dem geschrieben steht: "Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll."11 Wahrlich ich sage euch: Unter allen, die von Weibern geboren sind, ist nicht aufgekommen, der grsser sei denn Johannes der Tufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist grsser denn er.12 Aber von den Tagen Johannes des Tufers bis hierher leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt tun, die reissen es an sich.13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis auf Johannes.14 Und (so ihr`s wollt annehmen) er ist Elia, der da soll zuknftig sein.15 Wer Ohren hat, zu hren, der hre!16 Wem soll ich aber dies Geschlecht vergleichen? Es ist den Kindlein gleich, die an dem Markt sitzen und rufen gegen ihre Gesellen17 und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr wolltet nicht tanzen; wir haben euch geklagt, und ihr wolltet nicht weinen.18 Johannes ist gekommen, ass nicht und trank nicht; so sagen sie: Er hat den Teufel.19 Des Menschen Sohn ist gekommen, isst und trinkt; so sagen sie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und ein Weinsufer, der Zllner und der Snder Geselle! Und die Weisheit muss sich rechtfertigen lassen von ihren Kindern.20 Da fing er an, die Stdte zu schelten, in welchen am meisten seiner Taten geschehen waren, und hatten sich doch nicht gebessert:21 Wehe dir Chorazin! Weh dir, Bethsaida! Wren solche Taten zu Tyrus und Sidon geschehen, wie bei euch geschehen sind, sie htten vorzeiten im Sack und in der Asche Busse getan.22 Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon ertrglicher gehen am Jngsten Gericht als euch.23 Und du, Kapernaum, die du bist erhoben bis an den Himmel, du wirst bis in die Hlle hinuntergestossen werden. Denn so zu Sodom die Taten geschehen wren, die bei euch geschehen sind, sie stnde noch heutigestages.24 Doch ich sage euch, es wird dem Sodomer Lande ertrglicher gehen am Jngsten Gericht als dir.25 Zu der Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und HERR Himmels und der Erde, dass du solches den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmndigen offenbart.26 Ja, Vater; denn es ist also wohlgefllig gewesen vor dir.27 Alle Dinge sind mir bergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn denn nur der Vater; und niemand kennet den Vater denn nur der Sohn und wem es der Sohn will offenbaren.28 Kommet her zu mir alle, die ihr mhselig und beladen seid; ich will euch erquicken.29 Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmtig und von Herzen demtig; so werdet ihr Ruhe finden fr eure Seelen.30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.